Das bulgarische Erbe in der UNESCO-Liste

Sehr gern und oft hebe ich hervor, was für ein reiches Land Bulgarien ist! Was für ein reiches Volk ist das bulgarische Volk! Und damit spreche ich auf keinen Fall von einem materiellen Reichtum des Staates. Es geht um Bulgarien – ein Stück aus dem Paradies auf der Erde. Auf diesem Gebiet, wo 4 Jahreszeiten und eine einzigartige Natur sich verflechten, treffen sich verschiedene Kulturen und Zivilisationen während seiner jahrhundertelangen Existenz – berühmte Zeit, große Helden. All das kann uns sehr stolz darauf machen, dass wir Bulgaren sind.

Zu der Liste des Weltkultur- und Weltnaturerbe der UNESCO gehören insgesamt 9 bulgarische Sehenswürdigkeiten. Davon sind 7 kulturelle Sehenswürdigkeiten, die anderen 2 – Natursehenswürdigkeiten. Zu dem immateriellen Kulturerbe gehören: der Chor der Großmütter aus Bistritza, das Surva – Festival in Pernik, das Feuertanzen.

Das Kulturerbe

Die Alte Stadt von Nessebar

Nessebar ist eine Stadt, die 30 Kilometer von Burgas entfernt ist. Sie ist nicht nur ein administratives Zentrum der
Gemeinde Nessebar, sondern auch eine der ältesten Städte Europas. Sie ist auf einer felsigen Halbinsel mit Länge 850m und Breite ca. 300m gegründet und besitzt eine Fläche von 25 ha. Sie verbindet sich durch einen Wall mit dem Festland.

Ihre Wurzeln datieren aus dem III oder II Jahrtausend, als hier eine antike thrakische Fischersiedlung existierte, die „Menabria“ genannt wurde.  Später, im VI Jahrhundert gründeten Umsiedler aus der Stadt Megara eine Kolonie, die sie Messebria nannten. Zu dieser Zeit ist sie ein entwickeltes wirtschaftliches Handels- und Kulturzentrum.

Interessante Tatsache: Nach den Legenden gab es in der Stadt Nessebar im Laufe der Jahrhunderte 40 Kirchen. Zur Zeit gibt es im Gebiet der Halbinsel Daten nur für 23 davon. Wegen der zahlreichen, gut erhaltenen und beeindruckenden christlich – orthodoxen Kirchen (besonders im XIII – XIV Jahrhundert) wurde die Stadt von einheimischen und fremden Forschern „das bulgarische Ravenna“ genannt.

Zum ersten Mal wurde die Stadt ein Teil von dem Ersten bulgarischen Reich im IX Jahrhundert unter der Herrschaft des Khans Krum. Dafür zeugt die gefundene Marmorsäule mit Inschrift “ Festung Messemvria“ in Pliska. Der Name „Nessebar“ wurde von den Slawen gegeben. Eine große Blütezeit erlebt die Stadt während der Herrschaft des Zaren Simeon und seiner Nachfolger. Zu der Zeit des Zweiten bulgarischen Reiches gehört die Stadt wieder der Bulgaren und erlebt unter der Herrschaft von Iwan Aleksander außergewöhnliche Entwicklung. 1453 passiert die endgültige Eroberung der Stadt unter osmanischer Herrschaft, als Konstantinopel auch erobert wurde. Zu dieser Zeit setzt die Entwicklung der Stadt fort. Neue Kirchen werden aufgebaut. Heute können wir viele erhaltene Gebäude aus der Zeit der Wiedergeburt sehen – Windmühlen, für Nessebar typische Häuser, öffentliche Bäder und Wasserleitungen.

 Die Stadt ist ein Lieblingsurlaubziel für den Sommer vieler junger und älterer Menschen. 1956 wurde die Stadt Nessebar für ein archäologisches Schutzgebiet erklärt. 1983 sind die bewahrten Kulturdenkmäler in der Stadt in die UNESCO- Liste für Weltkultur- und historisches Erbe aufgenommen.

Die Kirche von Bojana

Die Kirche von Bojana ist eine der bemerkenswerten Sehenswürdigkeiten nicht nur im Gebiet von Sofia, sondern in ganz Bulgarien. Die mittelalterliche bulgarische Kirche „die Heiligen Nikolaus und Pantaleimon“ befindet sich im Stadtviertel Bojana, im Boyana-Gebirge.

Die Kirche ist zweistöckig und zählt zu den sog. Kirchen mit Grüften, bei denen der erste Stock als unterirdischer Stock geplant wurde, der zweite – als Familienkapelle.Die früheste gebaute Kirche wurde X-XI gebaut und ist ein Gebäude mit einer Kuppel mit eingemauerten Stützen mit Form eines Kreuzes. Im XIII Jahrhundert wurde die Fläche der Kirche vergrößert, zu dieser Zeit wurde der Hauptteil vom Sebastokrator Kaloyan aufgebaut. Sie ist zweistöckig, indem der erste Stock (die sog. Kripta) mit halbzylindrischem Gewölbe bedeckt ist, der sweite Stock ähnelt dem Archtekturmodell der frühen Kirche.

Der dritte Teil aus der Epoche der bulgarischen Wiedergeburt ist ein Nebengebäude, das als eine Vorhalle zur eigentlichen Kirche dient, die in der Mitte des XIX Jahrhunderts aufgebaut wurde. Später richtet der Fürst Ferdinand den Hof um die Kirche herum ein. Bis heute sind dort die von ihm gepflanzten südamerikanischen Küstenmammutbäume zu sehen.

Interessante Tatsache: Die zweite Ehefrau vom Zaren Ferdinand – die Zarin Eleonora rettet die Kirche von Bojana vor Zerstörung, weil die Stadtbewohner sie zerstören und an ihrer Stelle eine neue aufbauen wollten. Die Zarin Eleonora sichert ein anderes Gelände zum Aufbau einer neuen Kirche und schenkt es den Stadtbewohnern. Mittels eigener Geldmittel von ihr und dem Zaren Ferdinand wurde die Restaurationsarbeit finanziert. Nach ihrem Tod 1917 wurde die Zarin im Hof der Kirche von Bojana begraben.

Das, was die Kirche so speziell macht, sind bestimmt ihre Wandmalereien. Sie stammen aus verschiedenen Perioden – aus dem XI – XII Jahrhundert (die wichtigsten), XIV Jahrhundert, XVI – XVII Jahrhundert und IX Jahrhundert (1882). Weltberühmt sind die Wandmalereien aus dem Jahre 1259, die von dem sog. „Meister von Bojana“ und mittelalterlichen Künstlern um ihn geschaffen wurden.  Von den Wandmalereien erfahren wir die Namen der Stifter der Kirche – Sebastokrator Kaloyan und seine Ehefrau Desislawa. Ihre Bilder, so wie diese von dem Zaren Konstantin Tich und Zarin Irina, prägen sich durch betonte Individualität und Geistigkeit aus.

Die Kirche von Bojana ist nur mit Reiseleiter zu besuchen. Die Besichtigung dauert eine bestimmte Zeit, denn es wurde eine Klimaanlage eingebaut, die das geeignete Mikroklima aufrechthaltet, das notwendig zur Aufbewahrung der kostbaren Wandmalereien ist.  Die Kirche ist eines der Wahrzeichen Bulgariens, eine Nationalhistorisches Museum -Filiale seit 2003. Sie gehört zu der großen Familie der UNESCO – Sehenswürdigkeiten seit 1979.

Reiter von Madara

Es gibt kaum einen Menschen, der nicht von dem Reiter von Madara gehört hat. Er befindet sich im Gebiet des Nationalen historisch-archäologischen Schutzgebiets „Madara“,das sich in der Nähe von dem Dorf Madara befindet, nahe zu der Stadt Schumen. Er ist ein Felsrelief, das nach Datierung des Denkmals im VIII Jahrhundert auf einem vertikalen Felsen mit Höhe 23 m ausgehöhlt wurde. Die Größe des Bildes des Reiters von Madara ist mit Höhe 2,6m und Grund 3,1 m. Es werden ein Reiter im Gang, ein Hund neben ihm, der ihm folgt und ein mit Spieß durchgestochener Löwe dargestellt und daneben stehen Inschriften auf Griechisch.   Diese Komposition symbolisiert den Sieg über den Feind, der sehr oft in den antiken Kunsttraditionen dargestellt wurde. Die Details um die Datierung herum unterstützen die verbreitete These über die Reliefherkunft, die ihn mit der Persönlichkeit von Khan Terwel verbindet.

Interessante Tatsache: Der Reiter von Madara ist das einzige Felsrelief in Europa, das aus dem Frühmittelalter stammt. Er ist in die Liste des Weltkulturerbes und des UNESCO- Kulturerbes 1979, sowie in die100 nationalen touristischen Objekte Bulgariens des bulgarischen Tourismusvereins aufgenommen.

Am 29 Juni 2008 nach einer durchgeführten Umfrage wurde der Reiter von Madara zu einem internationalen Wahrzeichen Bulgariens.

Kloster Rila (1979)

Das Kloster Rila ist noch ein Wahrzeichen Bulgariens. Er befindet sich auf ca. 1147 m Seehöhe unter den immergrünen Nadelbäumen des Rila-Gebirges. Das heilige Kloster ist eine Gesamtheit von Kult-, Wohn-, und Wirtschaftsgebäuden mit Gesamtfläche von 8800 m². Von außen gesehen, ähnelt das Kloster einer Festung mit Steinwänden mit Form eines unregelmäßigen Fünfecks.

Man glaubt, dass das Kloster im 10 Jahrhundert von Iwan Rilski gegründet wurde, während der Herrschaft des Zaren Petar.  Eigentlich wohnte der kanonisierte Heilige Iwan Rilski, deren sterbliche Überreste in der Hauptkirche zur Pilgerfahrt ausgestellt sind, in einer kleinen Höhle, die eine Stunde von dem heutigen Komplex entfernt ist. Man glaubt, dass das Kloster selbst von seinen Schülern gebaut wurde.

Das Kloster Rila erfreute sich eines großen Ruhms und einer Verehrung seitens allen unseren Zaren von Iwan Assen II bis zu der Eroberung Bulgariens unter der türkischen Herrschaft.

Der Chreljo-Turm ist das älteste erhaltene Gebäude in den Klostergebieten. Er wurde als Verteidigungsturm von dem einheimischen Feudalherrscher Protosebastos Chreljo 1335 aufgebaut. Auf dem Gipfel des Turms befindet sich einе kleine Kapelle mit kostbaren Fresken aus dem XIV Jahrhundert namens “Sweto Preobrajenie”.

Das Kloster Rila erreicht seinen Entwicklungshöhepunkt zwischen XII und XIV Jahrhundert, indem der Aufschwung wegen der osmanischen Herrschaft aufhörte. Im XV Jahrhundert wurde das Kloster zerstört. Seitdem fing die Wiederbelebung des Klosters mithilfe der Russisch-Orthodoxen Kirche an. Das Kloster Rila gehört zu den beliebtesten und meistbesuchten Sehenswürdigkeiten in Bulgarien, das in die UNESCO- Welterbeliste 1989 aufgenommen ist.

Felskirchen von Iwanowo (1979)

Das Dorf Iwanowo befindet sich ungefähr 20km entfernt von der Stadt Russe. Nämlich dort befinden sich die berühmten Felskirchen von Iwanowo. Sie sind bemerkenswert, weil sie im Unterschied zu den anderen gut erhaltenen Felskomplexen, auch gut erhaltene Wandmalereien, verschiedene Wirtschaftsgebäude haben, die durch ein verästeltes Netz von Kirchen, Kapellen, Klosterzellen verbunden sind. Jeder von ihnen ist in Felsen in verschiedener Höhe ausgehöhlt und sie verbinden sich durch schmale Pfade und Felsenstufen. Die Felskirchen von Iwanowo sind ein untrennbarer Teil von den hunderten mittelalterlichen Felskirchen, Klöstern, Skiten und einzelnen Mönchzellen, die sich zu der Zeit des „reifes“ Mittelalters in einen berühmten geistlichen Mittelpunkt der Bulgaren verwandelten.

Die besterhaltene Kirche in dem ganzen Komplex ist die Kirche „Sveta Bogoroditsa“. Sie wurde durch ihre bemerkenswerten Wandmalereien weltbekannt. Die Kirche ist in einer Höhe von ungefähr 40m ausgehöhlt. Es gibt einige Räume, sowie eine kleine Terrasse mit Blick auf das malerische Tal des Flusses “Russischer Lom”.  Die Terrasse ist mit biblischen Szenen, sowie mit Hagiographien bemalt.  

Thrakergrab von Kasanlak

Das Trakergrab befindet sich in Kasanlak, im Park Tulbeto.
Das Trakergrab von Kasanlak besteht aus einem Flur, einer Vorgrabkammer mit rechteckiger Form und einem runden Kuppelraum – die richtige Grabkammer. Ähnliche Gräber sind in Trakija, Russland, Kleinasien zu sehen. Das Grab ist mit Ziegelsteinen aufgebaut, die im Flur eine rechteckige Form haben und aus Kalk und Sand bestehen.  Die Ziegelsteine in der Grabkammer haben die Form eines Trapezes und sind miteinander mit Mörtel verbunden.

Interessante Tatsache: Das Trakergrab von Kasanlak ist am 19 April 1994 während Ausgrabungsarbeit zum Aufbau eines Unterschlupfs gegen Flugangriffe gefunden.

Das Thrakengrab ist durch eine „Steindecke“ umgeben. Vor dem Flureingang befinden sich 2 parallele Mauern und auf diese Weise formiert sich Vorflur mit Größen 2,60m und 1,84m.

Das Trakengrab von Kasanlak verdankt seine große Popularität seiner einzigartigen Malereien, die für die Frühhellenistische Epoche charakteristisch sind. Es gehört zu den besterhaltenen Gräbern aus dieser Zeit. Die Flurwände und die Grabkammer sind mit anmutigen und strahlenden Farben und mit Szenen bedeckt, die einzelne Momente aus dem irdischen, militärischen und jenseitigen Leben der ins Grab gelegten Mann und Frau darstellen– des Zaren und seiner Zarin.

Am interessantesten ist unbestritten die Malerei im Kuppelraum, die in ein paar horizontale Friese geteilt ist. Der Hauptfries stellt einen Begräbnisschmaus dar. Das Grab, das man heute besucht, ist eine genaue Kopie des originalen Grabs, das ein paar Meter von ihm entfernt ist. Wegen der Unmöglichkeit, dass die originalen Wandmalereien konserviert werden, ist das Original nicht zu besichtigen.

Das Thrakergrab von Kasanlak ist das erste bulgarische Denkmal, das in die UNESCO – Kulturerbenliste 1979 aufgenommen ist. 

Thrakergrab von Sweschtari (1985)

Nicht weit von dem Dorf Sweshtari (Gemeinde Isperih, Verwaltungsbezirk Razgrad) befindet sich das berühmte Thrakergrab von Sweschtari.
Es ist ein einzigartiges Denkmal der thrakisch-hellenistischen Kultur, das um das Ende des IV und die ersten Jahrzehnte des III Jahrhunderts v. Chr. datiert.  Es ist während Ausgrabungen in “Ginina mogila” 1982 gefunden.

Man bezeichnet es als Königsgrab, in dem der getische König Dromichaites auf jeden Fall begraben wurde, so die Forscher.

Das Grab ist ein Teil von einer Hügelgrabnekropole und die Besichtigung ist nur mit einem Reiseführer unter strengen Maßnahmen möglich.

Die Maße sind eindrucksvoll – Länge 7,5m, Höhe der Grabkammer (von innen) 4,45m.  Der Bau besteht aus Kalksteinblocks, die im Voraus bearbeitet sind. Er enthält einen Dromos und drei Räume (eine Vorhalle, einen Nebenraum und eine Grabkammer), jeder mit einem eigenen Gewölbe bedeckt.

Vermutung: Die Forscher glauben, dass der begrabene Herrscher nämlich Dromichaites ist und neben ihm ins Grab gelegene Frau –die Tochter von Lisimach. Nach einer anthropologischen Analyse zeigen die Angaben ihre mediterrane Herkunft, d.h. sie könnte die Tochter von Lisimach sein.

Die Grabkammer ist am bemerkenswertesten. Die Wände sind wie Kolonnaden mit Säulen geformt, die an die Wand gedrückt sind. Die Steinblocks unter dem Gewölbe werden von 10 Frauenfiguren gehalten. Sie stehen mit erhobenen Händen auf einer Höhe von 1,20m. Viele Details in dem Grab sind unvollkommen geblieben, was ein Beweis für einen unerwarteten Tod des Herrschers und einen Umstand ist, dass er dort begraben wurde, ohne der Grab zu Ende gebaut wird. 

1985 ist das Thrakengrab von Sweschtari in die UNESCO-Kulturerbenliste aufgenommen.

Naturerbe

Nationalpark Pirin (1983)

Der Nationalpark Pirin umfasst den größeren Teil des Pirin-Gebirges, das in Südbulgarien liegt. Pirin ist einer von den dreien Nationalparks in der Republik Bulgarien.

Der Nationalpark Pirin ist 1962 gegründet und sein erster Name ist Volkspark “Vichren“. Zu dieser Zeit hat er eine Fläche von 6212 Hektar und umfasst die höchsten Teile des Demyanischer und Vichrener Gebiets.  In den nächsten Jahren vergrößert sich das Territorium des Parks mehrmals und heute umfasst der Nationalpark Pirin eine Fläche von rund 40. 000 Hektar.  Seit 1983 ist der Park unter dem Schutz von UNESCO.

Biosphärenreservat Srebarna

Srebarna ist ein Süßwassersee, der an der Donau liegt (16km von der Stadt Silistra entfernt).   Das Reservat Srebarna ist ein Biosphärenschutzgebiet, das 1983 in die Liste des UNESCO- Kulturerbes aufgenommen ist. Es umfasst den See und seine Umgebung. Es liegt am Migrationsweg der Zugvögel zwischen Europa und Asien.

Legende: Es existieren ein paar Legenden in Bezug auf die Herkunft des Namens „Srebarna“. Eine von ihnen erzählt über Khan Srebrun, der auf diesen Gebieten während eines ungleichen Kampfs gegen die Petschenegen stirbt. Die zweite Legende erzählt von einem vergrabenen Boot am Ufer des Sumpfes, das mit Silber beladen war.
Die dritte Legende, die die glaubwürdigste ist, lautet, dass der Name aus dem Zauberbild kommt, das man am Abend während des Vollmonds zu sehen ist. Wenn der Mond hochsteht, schafft seine Wiederspiegelung eine Illusion für geschmolzenes Silber. 

Immaterielles Kulturerbe

der Chor der Großmütter aus Bistritza (2008)

“Die Großmütter aus Bistritza“ ist eine berühmte Gruppe von Folklorsängerinnen. Der Name sagt vor, woher sie kommen – aus dem Dorf Bistritza (in der Nähe von Sofia).  Die Gruppe, die nur aus Frauen besteht ist vor 60 Jahren gegründet und stellt authentische Lieder aus der Schopenregion vor. Durch ihre einzigartigen Stimmen und die charaktervolle Melodie unterscheiden sie sich von den anderen Folklorgruppen und 2008 sind die Großmütter aus Bistritza in die Liste des immateriellen Erbes der UNESCO aufgenommen.

Feuertanzen (2009)

Das Feuertanzen ist ein altertümlicher Kult, bei dem die Feuertänzler in einen Zustand der Hypnose geraten und barfuß auf Glut tanzen. Das ist eine der ältesten bulgarischen Sitten, die in der Vergangenheit in Belomorska Trakija (Westtrakien) praktiziert wurde, heutzutage aber nur in ein paar Dörfern in Strandja-Gebirge.  

Der Tanz wird auf Glut von barfüßigen Tänzlern (die sog. Nestinaren) vorgestellt, die in bulgarischen Volkstrachten bekleidet sind. Sie tragen ein Heilligenbild von den Heilligen Konstantin und Elena, die als Beschützer der Feuertänzler gelten.  Sehr interessant sind auch alle Sitten, Bräuche während der Vorbereitung. 2009 ist das Feuertanzen in die UNESCO-Liste für immaterielles Kulturerbe aufgenommen.  

 

Das Surva-Festival (2015)

Das Festival der maskierenden Spiele „Surva“ in Pernik wurde zum ersten Mal 1966 veranstaltet. Seitdem ist es die wichtigste Vorstellung von traditionellen Spielen und Bräuchen mit Masken nicht nur in Bulgarien, sondern auch auf der Balkanhalbinsel. Jedes Jahr wird das Fest, auf dem sich viele Gruppen von maskierten Menschen aus allen ethnographischen Gebieten Bulgariens, aber auch Gäste aus Europa, Asien und Afrika treffen, am letzten Samstag und Sonntag im Mai veranstaltet.